Fische in der Münzstraße?

04.09.2015
Münzstraße 26

Das Treiben im alten Fachwerkhäuschen in der Münzstraße war nicht immer etwas für empfindliche Nasen. Angefangen hat alles mit einem Knochen- und Fellhandel, der in den 1850er Jahren im Haus mit der Nummer 26 eröffnet wurde. Die Nachbarn in der Straße litten sehr unter der Geruchsbelästigung und beschwerten sich ganz oben - beim Großherzoglichen Ministerium des Inneren. Daraufhin wurde der Handel für ein paar Jahre eingestellt. Doch die gesundheitlichen Bedenken konnten ausgeräumt werden und die nachfolgende Generation nahm den Betrieb wieder auf.

Das schöne Fliesenbild, das die Fassade über dem Eingang verziert, gibt dem Gebäude einen besonderen Charakter. Die Herkunft stammt aus der Zeit, als die Nachbarn in der Münzstraße wieder einen geruchsintensiven Geschäftsbetrieb ertragen mussten. Im Jahr 1907 übernahm Lucie Levin Haus und Geschäft von ihrem Mann und eröffnete eine Fischräucherei. Das Grundstück reichte damals bis an den Schwerin See, da bot sich der Handel mit Fisch an. Erst dreißig Jahre später wurde der Keramikfries angebracht, der das damalige Fischereihandwerk zeigt. Der Künstler ist leider unbekannt. Umso schöner, dass das Bild trotz des langen Leerstands der Münzstraße 26 erhalten geblieben ist.

Mit dem Einzug des Vereins Freiraum 26 hat das Gebäude mit der denkmalgeschützten Fassade eine neue Bestimmung erhalten. Der Verein bietet in angenehmer Atmosphäre Raum für Kunst und Gesundheit, Ausstellungen, Kurse und Beratung an.

Münzstraße 26